SONDERGALERIE AMATEURFOTOGRAF HANS NOVACZEK  
     
  Auf den Spuren des Gebirgskrieges 1915-1918
     
  5. Italienische Panzerwerke  
     
     
  CHIUSAFORTE     FORTEZZA DI OSOPPO     MONTE FESTA     OSPEDALETTO  
     
     
  Chiusaforte  
     
  EINLEITUNG
Südlich des damals geteilten Grenzortes Pontafel (Österreich-Ungarn, Kärnten) und Pontebba (Italien, Venetien) befindet sich das kleinere Gegenstück zu Fort Hensel, das italienische Panzerwerk Chiusaforte, italienisch auch Forte Col Badin genannt. Das im Jahr 1904 errichtete Werk wurde beim Durchbruch der k.u.k. Armee im Jahr 1917 innerhalb nur eines Tages eingenommen.
Im Italienischen bedeutet chiusa forte wörtlich Sperrfort. Der Ortsname Chiusaforte heißt auf slowenisch Kluže und auf deutsch Klausen.
 
     
 

 
     
  Eine verblasste Informationstafel auf dem Parkplatz neben der alten Eisenbahntrasse Tarvisio Centrale - Udine macht einige geschichtliche Angaben:

Festungswerk "Chiusaforte" - Geschichtliche Angaben
Die Errichtung des Panzerbunkers begann im Jahre 1904 und vollendete sich im Jahre 1913, als man schon am Vorabend des 1. Weltkrieges stand, und gehörte zu dem generellen Befestigungsprojekt der Staatsgrenzen den Alpen entlang. Es wurde sofort mit 4 Kanonen mit 120mm ausgestattet, die von einer gepanzerten, 40mm starken Kuppel (Typ "Ispettorate") beschütz waren. Die Schussweite mit Granate war 7,7 km und mit "Shrapnel" 6,8 km.
Neben dem architektonischen Aussehen wurde auch auf das Nahverteidigungssystem geachtet, mit gedeckten Galerien für die Schützen, Seitenstellungen für Maschinengewehre und Mauerwerk mit Schießscharten.
Durch ihre Lage war diese Festung für das Artilleriefeuer nicht geeignet, aber sie war besonders ungeschützt gegenüber dem Fernkampf. Beweis dafür war die geringe Widerstandsfähigkeit gegen den Vormarsch der deutsch-österreichischen Truppen im Oktober 1917, einige Tage nach dem Durchbruch von Karfreit/Caporetto. Nach einem kurzen Kampf wurde die Festung von den "Kaiserlichen Jägern" des 30. Feldjägerbataillon erobert.
Im 2. Weltkrieg wurden, besonders die abseits liegenden Räume wie Magazine und (ehem.) Pulverlagerräume, von der Ortsbevölkerung als Luftschutzkeller benutzt.
Bis 1960 haftete das italienische Heer für die Anwesenheit eines Wächters.

Die Besichtigung
Das Festungswerk erreicht man durch die damals errichtete Schotterstraße, die von der Nationalstraße Pontebbana durch den westlichen Hang auf die Erhebung führt, wo sich die Festung befindet. Interessant sind vor allem der kleine Kunstbau und die Stützwerke auf dem Weg entlang, und auch die Überreste der Gebäude, die man nach einigen Kehren schon sehen kann, wo sich ein großer Backofen für die Brotbereitung befindet. Nach einer Durchquerung auf halber Höhe kommt man zum Eingang der Festung. (...)
 
 
 

In steilen Serpentinen angelegte Zufahrtsstraße

Die Ruinen der ehemaligen Bäckerei

 
  Das Werk Chiusaforte wird derzeit renoviert und soll hinkünftig als Museum dienen. Durch die Baustelle konnten leider nicht alle Teile des Werks besichtigt werden (16. Juli 2012).  
     
     
  GRUNDRISSSKIZZE  

1 ... Werkstraße
2 ... Wachhaus
3 ... äußerer Hof
4 ... Mannschaftskasematten (unteres Geschoß)
5 ... Offizierskasematten (oberes Geschoß)
6 ... Bunker
7 ... Geschützkasematten
8 ... Panzerbatterie
9 ... offener Infanteriestand
10 ... offener Koffer
11 ... talseitiger Koffer (ehem. Bastion)
12 ... Wehrgang
13 ... innerer Hof
14 ... Kavernen
15 ... Beobachtungsstand
16 ... Poterne
17 ... Maschinengewehrstand
18 ... Laufgraben
19 ... Stacheldrahtfeld
20 ... feindseitiger Koffer
Grafik: Novaczek © 2012
     
     
  Fortezza di Osoppo  
     
  ÜBERBLICK
Die Festung von Osoppo ist seit 1923 ein nationales Denkmal und wurde 1951 entmilitarisiert. Auf einem schon zur Römerzeit befestigten Hügel - dem heutigen "Colle Napoleone" - in den Voralpen von Friaul–Julisch Venetien gelegen, bietet sie einen unvergleichlichen Rundblick über die Region. Von Bedeutung war die Festung während der Kriege zwischen der Republik Venedig und dem Habsburgerreich bis zum Jahr 1848. Nach dem Ende der Unabhängigkeitskriege kam sie 1866 zum Königreich Italien. Im Jahre 1900 weiter ausgebaut, gehörte das Fort Osoppo zum Verteidigungssystem des oberen Tagliamento-Fella-Tales.

Die meisten Gebäude der Festung wurden im 2. Weltkrieg zerstört, ein Übriges trug das schwere Erdbeben in Friaul im Jahr 1976 bei. Das Fort ist durch einen Besucherrundgang erschlossen, die Panzerbatterie bekam ein neues Betonverdeck. In den Geschützbrunnen befanden sich vier Kanonen 149A [ hier... ] unter Panzerkuppeln Typ „Grillo“.
Neben dem großen Hauptportal an der Werkstraße, sind noch 2 Pulvermagazine interessant, eines aus Napoleonischer Zeit und eines an der Westseite der Panzerbatterie aus dem Jahr 1916. Im nördlichen Teil des Festungshügels befanden sich noch Mannschaftskasernen (nicht besucht).

LINKS
http://www.itinerarigrandeguerra.it/Forte-Di-Osoppo
http://www.provincia.udine.it/musei/deutsch/Pages/Osoppo1.aspx

 
     
     
  GRUNDRISSSCHEMA

 
     
     
  FOTORUNDGANG
11. August 2015

Festungsportal [2] mit Brücke und Graben [4]

Ruine des ehemaligen Offizierskasinos [16]

Eingang zum Napoleonischen Pulvermagazin [12]

Foto oben: Kehlgraben [10]

Foto unten: Poterne durch die Kehlkaserne [9]

Verbindungspoterne [6] unter der Panzerbatterie

Munitionsmagazin mit Munitionsaufzug [7]

Stiegenaufgang zum Geschutzbrunnen [6a]

Blick über das Verdeck

Verbindungspoterne (Foto oben) zum Munitionsmagazin 1916 [8] (Foto unten)

Blick über die Reste der Kehlkaserne [9] in die Tagliamento-Ebene

 
  MONTE FESTA
Am südwestlichen Ende des Eisentals (die Fortsetzung des Kanaltals) zwischen Tolmezzo und Gemona befindet sich der Monte Festa, auf dem die gut erhaltenen Ruinen eines italienischen Panzerwerkes hoch über dem Tal thronen. Das Werk ist über eine 11 km lange Militärstraße zu erreichen. Eine Besichtigung meinerseits steht noch aus...
Aus architektonischer Sicht ein interessantes Werk, das mit Liebe zum Detail gestaltet wurde. Die Werkstraße führt durch drei Tunnel mit gestalteten Portalen, etwas unterhalb des Werkes befindet sich eine Kasernenanlage. Die Werkstraße steigt danach noch weiter an und wir gelangen zur offenen Geschützbatterie mit Munitionsaufzug und Munitionskavernen. Die Straße führt noch rund um den Gipfel bis wir den Eingang des oberen Werkes mit der Panzerbatterie erreichen.
 
     
 

 
     
  1 ... Werkstraße
2 ... Wachhaus
3 ... Vorplätze
4 ... Kaserne
A ... Munitionsaufzug
B ... Panzerbatterie
D ... Eingang unteres Werk
E ... Haupteingang oberes Werk
F ... Felskavernen
G ... offene Geschützbatterie
H ... Kehlkoffer
K ... Munitionskaverne
 
  Skizze (nicht maßstäblich): Novaczek © 2012  
     
     
  Ospedaletto  
     
  MONTE ERCOLE
Der Monte Ercole mit dem Forte Ospedaletto liegt nördlich von Gemona, wo sich das Tal des Tagliamento Richtung Norden verengt. Das Werk, im Jahr 1904 erbaut, war ein Teil des Festungsbereiches um Osoppo. Die Hauptbewaffnung waren  vier Kanonen 149A [hier...] unter Panzerkuppeln Typ „Grillo“, Maschinengewehrbewaffung war die Type Gardner Kaliber 10,35.
Die Nebengebäude und Unterkünfte waren aus Ziegeln und Stein gebaut, während für das Werk Beton ohne Eisenarmierung verwendet wurde. Das gleiche gilt für die Gewehrgalerien. Alle Decken sind gewölbt und verputzt.

Im oberen Eingangsbereich der Festung gibt es eine Schautafel, auf der sich zwei Lagepläne befinden, die ich für meine Systemskizze herangezogen habe.

 
     
     
   
     
    1 ... Unteres Werktor
  2 ... Torposten
  3 ... Wachhaus
  4 ... Munitions- und Pulver-Vorratsmagazine (kaverniert)
  5 ... Unterkunft Tragtiere
  6 ... Munitionsmagazine
  7 ... Auffahrtsrampe
  8 ... Mannschaftsunterkünfte
  9 ... Oberes Werktor
10 ... Magazin
11 ... Küche
12 ... Maschinengewehrposten
13 ... Tragtierstall
14 ... Umlaufende gedeckte Gewehrgalerie
15 ... Unterkunft für Offiziere und Batterie-Mannschaft
16 ... Zisterne
17 ... Dienstraum Batteriewache
18 ... Munitionsmagazin Batterie
19 ... Reservemagazine
20 ... Aufgang Geschützbrunnen
21 ... Geschützbrunnen
22 ... Panzerkuppeln
23 ... Lüftungsöffnungen
24 ... Aufstieg Verdeck
25 ... Ausfallkoffer
26 ... Innerer Graben
 
     
  Die Buchstabenweiser a) - z) kennzeichnen die Fotostandpunkte auf der oberen Skizze!  
     
     
  FOTORUNDGANG
27. Juli 2016
 
     
  Die Straße zum Fort heißt Via Monte Ercole und führt gleich nach den letzten Häusern durch eine dicke Steinmauer, offenbar das erste Hindernis vor der Festung. Etwa auf halben Weg zu Wachhaus befindet sich links ein Kaverneneingang,

Das Wachhaus selbst ist so mit Sträuchern und Efeu verwachsen, dass mein gemachtes Foto bloß ein Suchbild wäre. So folgen wir nun der Werkstraße, auf der wir nach einer spitzen Kehre den unteren Werkeingang erreichen. a)

 
     
  UNTERER WERKSBEREICH
Vorbei an einer Wachkoje
b) gehen wir auf einer Rampe c) zum oberen Werkeingang. Links im Graben unter uns sind Munitionsmagazine in Gebäuden und Munitionskavernen zu sehen. Rechts der Rampe steht die Ruine eines Unterkunftsgebäudes.

Munitionsmagazin d)

Kaverne für den Munitionsvorrat e)

Unterkunftsgebäude f)

 
     
  OBERER WERKSBEREICH
Im oberen Teil befinden sich die Panzerbatterie mit Munitionsmagazinen, eine umlaufende gedeckte Gewehrgalerie sowie einige Nebengebäude.

Blick durch das obere Werktor g)

Durch dieses Portal betreten wir die Gewehrgalerie. h)

Nach leichtem Anstieg i) verlassen wir über die Treppe links die Galerie j) und gelangen auf das Verdeck der Panzerbatterie.

Die Kuppeln sind entfernt, die Geschützbrunnen mit Beton verschlossen. k1) k2)

Westseitig gelangen wir in den offenen Graben... l)

... und durch das Portal in den westlichen Bereich der umlaufenden Galerie. m)

Linker Hand n) das kofferartige Ende der Galerie o)

Über den kehlseitigen Graben p) erreichen wir den Eingang q) r) in die

 
     
  PANZERBATTERIE
Sie beinhaltet die Geschützbrunnen und Munitionsmagazine.

Batteriegang s) mit den Stiegenaufgängen zu den Geschützbrunnen und Panzerkuppeln.

Munitionskammer zwischen den Geschützbrunnen t)

Großes Munitionsmagazin in der Panzerbatterie u)

 
     
  RÜCKWEG

Eingang ins ehemalige Dienstgebäude der Panzerbatterie v)

Neben dem Eingang in den oberen Werksbereich w) befindet sich ein MG-Koffer, in den wir natürlich auch einen Blick werfen x)

Oberer Werkseingang y)

Hintere Umfassungsmauer mit Schießscharten z)

 
     
     
 
 
     
     
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