SONDERGALERIE AMATEURFOTOGRAF HANS NOVACZEK

 

     
  Linzer Turmbefestigung
     
  Die Maximilianischen Türme  
     
     
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Anlässlich der Ereignisse um die Koalitionskriege der Jahre 1797-1813 als Napoleonische Truppen auch nach Österreich eindrangen, fasste das Kaisertum den Entschluss, den Donauraum zu befestigen.

Erzherzog Maximilian Joseph von Österreich-Este hatte noch die tragischen Ereignisse der Schlacht bei Ebelsberg am 3. Mai 1809 vor Augen, wo es den Österreichischen Truppen nicht gelungen war, die Armee von Napoleon am Vormarsch zu hindern. Die Schlacht bei Ebelsberg ging als eine der blutigsten in die Österreichische Geschichte ein und forderte zirka 12000 Opfer. Infolge dessen musste er als Befehlshaber von Wien die Stadt an Napoleon übergeben, nicht zuletzt, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.

Die nach seinen Plänen errichtete Turmbefestigung Linz wurde in den Jahren 1831-1834 realisiert. Daher nennt man diese Festungsbauten Maximilianische Türme. Das Vorhaben auch andere Städte auf diese Weise zu sichern, wurde nie umgesetzt. Allerdings entstanden ähnliche Turmforts etwas später bei Verona und waren Teil der k.u.k. Küstenbefestigung in Pola. Einige Werke der Festung Olmütz besitzen ebenfalls turmförmige Reduits.
Ein Maximilianischer Thurm stand auch nächst Wien an der heutigen B16 südlich von Rothneusiedl [ mehr... ].
Die Linzer Türme dienten nur etwas mehr als zwei Jahrzehnte lang militärischen Zwecken und waren nie in kriegerische Handlungen verwickelt. Heute sind noch 11 der ehemals 32 Türme ganz oder teilweise erhalten.

 
     
  SKIZZE
Die Skizze zeigt den Idealentwurf des Maximilianischen Turmes. Die Türme waren mit dem Magazinstock im Boden versenkt und mit einem Graben umgeben. Frontseitig deckte das Glacis (eine flach ansteigende Erdvorlage) den Turm.
 
     
   
     
     
  Die Besichtigung  
     
 

20. JUNI 2013
Ich erhoffte für diesen Donnerstag schönes Sommerwetter (ich erwähnte schon an anderer Stelle ein Schönwetterfotograf zu sein...).
Und es war schön! Wolkenlos blauer Himmel, aber: es hatte schon am Vormittag deutlich über 30 Grad! So blieb die geplante Besichtigung der Türme 12, 13, 19, und 20 zwecks Vermeidung eines Hitzekollers dieses Mal aus.
Am 17. Juli 2013 holte ich die Besichtigung nach. Fotos davon gibt es weiter unten im Nachtrag.

 
     
     
 

WARTE EDELBURGA
Die Warte ist ein Halbturm, der oberhalb des nördlichen Donauufers östlich von Puchenau gelegen ist und den Abschluss der von der Donau aufsteigenden Sperrmauer bildete.

Nordwestliche Frontseite

Blick ins Innere

Kehlseite des Halbturmes

 
     
     
 

TURM 15 - LUITGARDE
Auch dieser Turm ist eine Ruine, es ist aber sowohl außen als auch innen die Konstruktion, die weitgehend dem Normalturm entspricht, zu erkennen.

Innerer Ring. Schön zu sehen ist der Absatz für die Auflage des Dielenbodens zwischen Wohn- und Schartenstock.

Äußerer Ring, Wohnstock. Der tiefer liegende Magazinstock ist verschüttet.

Auch hier ist die Konstruktion gut zu erkennen, das Gewölbe zwischen Wohnstock und Schartenstock fehlt allerdings.

Der teilweise verschüttete Graben mit der noch zu sehenden, flachen Erdvorlage.

 
     
     
 

HISTORISCHE ANSICHT
Entlang des Turmweges finden wir einige erklärende Schautafeln. Unter Anderem ist eine zeitgenössische Darstellung abgebildet (Foto unten) die uns den Blick Richtung Pöstlingberg bietet. Im Vordergrund die Baustelle eines Turmes, vermutlich Turm 16 - Seraphina.

Die obere Ansicht gehört zu einer Reihe von Gemälden des Kammermalers Johann Maria Monsorno, die den Bau der Maximilianischen Türme dokumentieren.

 
     
     
 

PÖSTLINGBERG
Ein in ganz Österreich bekanntes Ausflugsziel. Gut ist der Festungscharakter hier beim Turm I - Othilie (heute Musikschule) mit der angrenzenden Kurtine zu sehen.

Die Aussichtsterrasse ist die Plattform des Turmes V - Euphemia (Foto oben). Turm IV - Maria ist heute die Endstation der Pöstlingbergbahn (Fotos unten). Im Turm II - Beatrix befindet sich die Grottenbahn. Als Turm VI wird das ehemalige Haupttor bezeichnet.

ZITADELLE PÖSTLINGBERG
Hier als Nachtrag noch einige Fotos vom 17. Juli 2013. Ergänzend anzumerken wäre noch, dass Turm II und Turm IV von der Konstruktion her dem Normalturm entsprachen.

Turm II - Beatrix

Foto links: Graben und Escarpe unter (dem nicht mehr vorhandenen) Turm III; Foto rechts: Graben westlich von Turm I

 
     
     
  Das Turmmuseum  
     
  TURM 9 - APOLLONIA
Einer der am besten erhaltenen Türme ist der Turm 9. In den Jahren 1996-1999 renoviert, befinden sich heute darin das Stadtmuseum Leonding und drei private Wohneinheiten.

Graben und Erdvorlage sind noch zu erkennen, aber auch hier ist der im Graben liegende Magazinstock verschüttet.

 
     
     
 

STADTMUSEUM LEONDING
Die Veröffentlichung der nachfolgenden Fotos von der Maximilian-Ausstellung und den Innenräumen des Turmmuseums erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseums Leonding.

Man betritt das sehr schöne und liebevoll gestaltete Museum in Höhe des Wohnstocks, innerer Ring. Der architektonische Aufbau der Türme selbst ist Teil des Museums.

Der innere Ring des Schartenstocks mit dem hölzernen Dielenboden. Zur Entstehungszeit der Türme bestanden diese Böden vermutlich aus rohen Brettern und waren nicht so elegant wie jetzt. Wozu auch...

Erzherzog Maximilian d'Este machte sich auch um die Bewaffnung der Türme Gedanken und entwarf Haubitzen auf besonderen Lafetten.

Äußerer Ring, Wohnstock

Besonders schön ist die Konstruktion der Türme auch hier im inneren Ring des Magazinstocks zu sehen. Die im Kern des Turmes sich befindende Zisterne liefert auch heute noch (Nutz-) Wasser von guter Qualität.

 
     
     
  Nachtrag  
     
  17. JULI 2013
An diesem schönen, aber dieses Mal nicht so heißen, Sommertag unternahm ich einen spontanen Ausflug nach Linz, und holte die Besichtigung der Türme 12, 13, 19 und 20 nach.

TURM 12 - AGNES
Der Turm befindet sich heute im Privatbesitz.

Ansicht von der Straßenseite.

TURM 13 - GENOVEVA
Es ist der von der Bausubstanz her am ursprünglichsten erhaltene Turm. Auch das Dach ist authentisch und schützte in Friedenszeiten das Verdeck vor Regen und Schnee.
Der Turm diente von 1930 bis 1955 als Sprengstoffdepot (daher auch Pulverturm genannt), später als Lager des Roten Kreuzes. Die MG-Stellungen stammen aus dem 2. Weltkrieg. Seit dem Jahr 2000 ist er im Besitz der Stadtgemeinde Leonding und wurde teilweise saniert, um als Kulturdenkmal erhalten zu bleiben.

Eine der beiden Maschinengewehrstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Blick in den Kehlgraben, der hier noch hinunter in den Magazinsstock reicht.

TURM 14 - HILDEGARD
Nicht mehr vorhanden. Von der MG-Stellung beim Turm 13 ist der Standort (Foto unten in der Bildmitte) gut erkennbar. Die Türme standen in Sichtweite um sich gegenseitig die Flanken sichern zu können.

TURM 19 - DOROTHEA
Heute ein privates Wohnhaus. Gut versteckt hinter Bäumen und Hecken, ebenso wie der Turm 10, von dem es aus diesem Grund leider kein Foto gibt.

TURM 20 - CÄCILIA
Auch dieser Turm ist in seiner Substanz noch erhalten. Trotzdem hat die Natur hier schon begonnen, sich ihren Platz zurück zu erobern...

Blick vom Pöstlingberger Kreuzweg auf den Turm.

Eingangsseite des Turmes. Die vermauerte Tür war der Haupteingang in den Turm, zu dem die Brücke führte.

 
     
     
  FUNDSTÜCK
Auf einer zeitgenössischen Zeichnung der Pferdeeisenbahn Linz - Budweis ist am Pöstlingberg auch die Linzer Turmbefestigung zu erkennen. Neben der Zitadelle Pöstlingberg sind dies die Türme 18 (Katharina), 19 (Dorothea) und 20 (Cäcilia)...
 
     
   
     
  BILDNACHWEIS
Wikipedia: Pferdeeisenbahn Budweis - Linz - Gmunden
 
     
  LITERATUR
Maximilian Joseph von Österreich-Este Erzherzog - Festungsplaner - Hochmeister (Buch zur Ausstellung im Stadtmuseum Leonding)
 
     
     
  Links  
     
  STADTMUSEUM LEONDING
http://www.leonding.at/de/freizeit/kultur/turm-9-stadtmuseum-leonding/
 
     
  Wenn Sie weiteres Interesse haben, finden sie auch unter nachfolgen Weblinks zusätzliche Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Turmbefestigung_Linz
http://www.kulturm.at/geschichte.htm
http://www.bda.at/text/136/832/4713/
http://www.handwerksstrasse.at/Gemeinden/Puchenau/MaximilianischeBefestigung.html
 
     
     
     
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